Chronisch verstopfte Nase - wann steckt mehr als nur ein Schnupfen dahinter?

December 30, 2025
Autor: Dr. David Liu
5 Minuten
Nasenatmung und Nasennebenhöhlen

Chronisch verstopfte Nase - wann steckt mehr als nur ein Schnupfen dahinter?

Veröffentlicht am
30.12.2025
Autor
Prof. Dr. David Liu
Lesezeit
5 Minuten
Topic
Nasenatmung und Nasennebenhöhlen

Einleitung

Eine verstopfte Nase gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Während sie bei einem akuten Infekt meist harmlos und vorübergehend ist, kann eine dauerhaft eingeschränkte Nasenatmung auf eine chronische Entzündung oder eine anatomische Ursache hinweisen.

Viele Betroffene greifen über Monate oder Jahre zu abschwellenden Nasensprays – oft ohne nachhaltige Besserung. Dabei gilt:
Eine chronisch verstopfte Nase sollte immer HNO-fachärztlich abgeklärt werden.

Was bedeutet „verstopfte Nase“ medizinisch?

Medizinisch spricht man von einer nasalen Obstruktion, also einer Behinderung des Luftstroms durch die Nase. Diese kann:

  • einseitig oder beidseitig auftreten
  • dauerhaft oder wechselnd bestehen
  • nachts stärker sein als tagsüber
  • mit oder ohne Schnupfen auftreten

Die Nase ist weit mehr als ein Atemrohr: Sie filtert, befeuchtet und erwärmt die Atemluft und ist essenziell für den Geruchssinn. Eine gestörte Nasenatmung wirkt sich daher häufig auf Schlaf, Leistungsfähigkeit, Konzentration und Lebensqualität aus.

Häufige Ursachen einer dauerhaft verstopften Nase

1. Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Rhinosinusitis)

Eine der häufigsten Ursachen.

Typische Beschwerden:

  • Druck- oder Völlegefühl im Gesicht
  • Kopfschmerzen
  • Schleimabfluss nach hinten (postnasal drip)
  • eingeschränkter oder fehlender Geruchssinn

Man unterscheidet Formen mit und ohne Nasenpolypen – therapeutisch ein entscheidender Unterschied.

2. Nasenpolypen

Nasenpolypen sind gutartige Schleimhautveränderungen, die:

  • die Nasenatmung mechanisch blockieren
  • häufig mit Riechstörungen einhergehen
  • ohne konsequente Therapie immer wieder auftreten können

Sie sind kein reines Operationsproblem, sondern Ausdruck einer chronischen Entzündung, die langfristig behandelt werden muss.

3. Verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation)

Eine schiefe Nasenscheidewand kann:

  • eine einseitige Nasenatmungsbehinderung verursachen
  • Infekte begünstigen
  • Schnarchen und Mundatmung verstärken

Viele Menschen haben eine Septumdeviation – behandlungsbedürftig ist sie nur bei entsprechenden Beschwerden.

4. Allergische und nicht-allergische Rhinitis

Nicht jede verstopfte Nase ist allergisch.

Mögliche Ursachen sind:

  • klassische Allergien
  • nicht-allergische Rhinitis
  • hormonelle Einflüsse
  • medikamentenbedingte Schleimhautschwellungen

Eine exakte Differenzierung ist entscheidend, da sich die Therapie deutlich unterscheidet.

5. Übermäßiger Gebrauch von Nasensprays

Abschwellende Nasensprays wirken kurzfristig sehr effektiv. Bei längerer Anwendung führen sie jedoch häufig zu:

  • Gewöhnung
  • chronischer Schleimhautschwellung
  • sogenannter Rhinitis medicamentosa

Die Nase wird dadurch langfristig eher schlechter als besser.

Wann sollte eine verstopfte Nase abgeklärt werden?

Eine HNO-fachärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • Beschwerden länger als 10–14 Tage
  • einseitiger Nasenverstopfung
  • begleitenden Schmerzen, Blutungen oder Riechverlust
  • häufigen Infekten
  • fehlender Wirkung von Medikamenten

Je früher die Ursache erkannt wird, desto gezielter und oft auch ohne Operation kann behandelt werden.

Moderne Diagnostik beim HNO-Spezialisten

In einer spezialisierten HNO-Ordination erfolgt die Abklärung strukturiert und schonend.

Nasenendoskopie

  • schmerzarm
  • detaillierte Beurteilung der Schleimhäute
  • Darstellung von Polypen, Sekret und Engstellen

Bildgebung (CT der Nasennebenhöhlen)

  • nur bei klarer Indikation
  • wichtig zur OP-Planung oder bei unklaren Befunden

Individuelle Einordnung

Nicht jede verstopfte Nase braucht dieselbe Therapie – die Diagnose bestimmt den Weg.

Therapieoptionen – individuell statt Standardlösung

Konservative Therapie

  • gezielte lokale Medikamente
  • antientzündliche Therapien
  • Nasenspülungen
  • strukturierte Nachsorge

Operative Therapie

Wenn Medikamente nicht ausreichen, kann eine minimal-invasive endoskopische Operation sinnvoll sein:

  • funktionell
  • gewebeschonend
  • individuell angepasst

Ziel ist nicht „viel zu operieren“, sondern:
freie Belüftung, gute Drainage und langfristige Symptomfreiheit.

Warum eine spezialisierte Abklärung entscheidend ist

Eine verstopfte Nase ist kein einheitliches Krankheitsbild. Eine erfolgreiche Behandlung erfordert:

  • Erfahrung in moderner Rhinologie
  • präzise Diagnostik
  • Verständnis funktioneller Zusammenhänge
  • eine individuell abgestimmte Therapiestrategie

Gerne beraten wir Sie persönlich in unserer HNO-Privatordination in Wien.

Eine dauerhaft verstopfte Nase ist kein Normalzustand.

Wer über Wochen oder Monate auf Nasensprays angewiesen ist, sollte die Ursache HNO-fachärztlich abklären lassen – oft ist eine gezielte Therapie möglich, ohne dass eine Operation notwendig ist.

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Ihr Wahlarzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Wien– spezialisiert auf modernste HNO-Chirurgie im Ordinationszentrum Rudolfinerhaus (1190 Wien) und im Ärztezentrum MEDIZIN am Markt beim Naschmarkt (1040 Wien).